Hormonfreie Verhütung: Spirale - Kupferkettte - IUB - Barrieremethoden

Was ist hormonfreie Verhütung?

Bei der hormonfreien Verhütung bleibt der Hormonhaushalt der Frau unverändert. Eine Schwangerschaft wird dadurch verhindert, dass die Spermien (Samen) entweder mechanisch (Kondom / Diaphragma) oder durch das Immunsystem (Kupferkette /Spirale) blockiert werden. Früher dachte man, dass die Kupferspirale die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert - heute ist man sicher, dass bereits die Spermien auf dem Weg zur Eizelle weggefangen werden und keine Befruchtung stattfindet.

Was ist der Unterschied zwischen Kupferspirale / Kupferkette / Kupferperlenball?

Spiralen im VergleichDer Unterschied liegt in der Befestigung innerhalb der Gebärmutter: die Spirale hat Seitenarme, die bei manchen Frauen die Gebärmutterwand reizen und so Schmerzen und eine stärkere Blutung verursachen können (je nach Modell ca. 10%). Die Kupferkette wird oben in der Wand eingehakt und berührt damit die Gebärmutterwand kaum (stärkere Blutung nur in ca. 5%) Der Kupferperlen-Ball (IUB) entfaltet sich in der Gebärmutterhöhle (wird von uns kaum verwendet wegen schlechter Erfahrungen)

Wie funktioniert die hormonfreie Verhütung mit Kupfer?

Die Kupferkette / Kupferspirale gibt ständig ein bisschen Kupfer ab. Das Kupfer versetzt das Immunsystem in der Gebärmutter in Alarmbereitschaft, so dass alles, was in die Gebärmutter hinein kommt, sofort bekämpft wird - egal ob es Bakterien sind oder Spermien (Samenfäden). Dadurch wird die Befruchtung einer Eizelle verhindert. Das ist keine Entzündung der Gebärmutter, wirkt aber so ähnlich.

Dürfen auch Frauen, die noch keine Kinder haben, die Kupferkette/Kupferspirale bekommen?

Ja! (wir behandeln den Muttermund vorher mit einem Medikament, das die Einlage erleichtert; damit ist es deutlich weniger schmerzhaft; zu Infektionen siehe unten)

Kann man nach einer Kupferkette/-Spirale später noch Kinder bekommen?

Ja!     Vor ca. 50 Jahren gab es eine Spirale im Handel, bei der es öfters zu schlimmen Entzündungen der Gebärmutter kam, so dass die Frauen, die davon betroffen waren, keine Kinder mehr bekommen konnten. Das trifft für heutige Spiralen und insbesondere die Kupferkette nicht mehr zu. Es gibt kein erhöhtes Infektionsrisiko und kein Risiko, später nicht schwanger werden zu können.

Was ist eine Kupferkette?

Die sogenannte Kupferkette (Gynefix) ist ein fester Kunststoff-Faden, auf dem mehrere kleine Kupferhülsen stecken. Oben ist ein Knoten, womit die Kupferkette in der Gebärmutterwand verankert wird. Unten schaut der Faden ein bisschen aus dem Muttermund heraus und endet in der ScheideKupferkette im Uterus

Wie sicher ist die Kupferkette?

Die Sicherheit der Kupferkette ist ziemlich gleich wie die von Pille und Kupferspirale. Im ersten Monat gibt es eine etwas höhere Quote von verrutschten Kupferketten, deshalb wird nach gut einem Monat nochmal eine Ultraschall-Kontrolle gemacht. Nach dem ersten Monat ist das Verrutschen der Kette selten.

Wie wird die Kupferkette eingesetzt?

Die Kupferkette wird am besten während der Periode eingesetzt. Man misst zunächst mit einer Sonde aus, wie lang die Gebärmutter innen ist. Dann schiebt man das Röhrchen, in dem die Kupferkette geliefert wird genau so weit in die Gebärmutter und drückt dann den Knoten (s.o.) in die Gebärmutterwand hinein.

Wie schmerzhaft ist das Einsetzen? Braucht man dafür eine Narkose?

Das Einsetzen der Kupferkette ist unangenehm, aber nicht wahnsinnig schmerzhaft. Durch die Vorbehandlung (ein Medikament, das den Muttermund weich macht) ist das Dehnen des Muttermunds weniger schmerzhaft. Das Verankern der Kupferkette in der Gebärmutterwand ist ein kurzer Schmerz. Eine Narkose ist dafür völlig übertrieben und nur in extremen Einzelfällen erforderlich. Ein Schmerzmittel eine Stunde vorher genommen ist sicher kein Fehler.

99% der Frauen sagen hinterher: "Das habe ich mir schlimmer vorgestellt"

Wer kann eine Kupferkette bekommen? Für wen ist die Kupferkette nicht geeignet?

Alle Frauen können eine Kupferkette bekommen, wenn

- ihre Gebärmutterwand mindestens 11 mm dick ist

- keine Fehlbildung der Gebärmutter vorliegt ( sog. Uterus arcuatus oder bicornis, also herzförmige Gebärmutter)

- keine Myome im Weg sind.

Bei Frauen, die eine starke und schmerzhafte Periodenblutung haben ist das Einsetzen einer Kupferkette kritisch zu überlegen; bei 5% der Frauen wird die Blutung länger, stärker und schmerzhafter

Was kostet die Kupferkette?

Die Kupferkette wird nicht von der Krankenkasse übernommen (auch nicht unter 22 Jahren). Beratung, Ultraschall, Einsetzen und Kontrolle nach einem Monat bezahlen Sie bei uns (220€). Die Gynefix kaufen Sie (mit Rezept) in der Apotheke und bringen sie zum Termin mit.

Welche Risiken hat die Kupferkette?

Das einzige ernste Risiko ist, dass man durch die Gebärmutterwand hindurch den Darm anpieken kann, wenn die Gebärmutterwand viel zu dünn ist (deshalb Wandstärke messen, mind. 11mm!!). Kurz nach einer Entbindung kann das leichter passieren, deswegen soll die Kupferkette frühestens sechs Monate nach einer Schwangerschaft eingesetzt werden. Außerdem besteht das Risiko, dass die Periodenblutung länger, stärker oder schmerzhafter wird. (bei 5% der Frauen mit Kupferkette)

link zur Seite des Gynefix-Herstellers

 

Kupferperlenball IUBDer Kupferperlenball IUB soll die Vorteile der Spirale (wenig Schmerzen beim Einsetzen) und die Vorteile der Kupferkette (kaum Verstärkung der Blutung) kombinieren.

Ich bin nicht überzeugt davon, weil von den ersten 10 Kupferbällen, die ich gelegt habe, drei nach kurzere Zeit verrutscht waren, obwohl sie unmittelbar nach dem Einsetzen perfekt lagen und auch das Einsetzen sehr schmerzhaft war.

 

 

 

 

Sterilisation der Frau ist auch eine hormonfreie Verhütungsmethode. Sie ist von der Sicherheit ungefähr mit den Hormonspirale gleichzusetzen (also nicht 100%!!!) und sollte gut überlegt werden. Die Deutsche Ges. für Gynäkologie rät den Frauenärzten, eine Sterilisation nur bei Frauen durchzuführen, die schon mind. ein Kind haben und über 30 Jahre alt sind. Die Unterbrechung (Durchtrennung / Unterbindung...) der Eileiter ist eine Operation mit einer Vollnarkose, für die wir Sie ggf. an eine kooperierende Praxis weitervermitteln.

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